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Neue
Aufgaben
Ein Börsengang stellt ein Unternehmen jedoch auch
vor verschiedene neue Aufgaben:
Reorganisation des Geschäftsbetriebes
Vor einem Börsengang wird es im Regelfall notwendig
sein, den Geschäftsbetrieb zum Teil grundlegend zu reorganisieren. Diese "Hausaufgaben"
können aufgrund von Vorschriften der Börsenaufsicht SEC erforderlich werden, von
steuerlichen, firmeninternen oder zeitlichen Gesichtspunkten her ratsam sein
oder sind als (noch) nicht börsennotiertes Unternehmen schlicht einfacher zu
handhaben als nach einem Börsengang.
Offenlegungs- und Publikationspflichten
Der Vorstand muß gewisse
Interna des Unternehmens veröffentlichen. Dazu gehören beispielsweise
die Entlohnung der Vorstände, Geschäftsbeziehungen zu verbundenen
Unternehmen, Stellung des Unternehmens im Wettbewerb, wichtige Kunden und
Lieferanten, um einige zu nennen. Diese Informationen werden mittels formalisierter
Berichte per Quartal oder jährlich verlangt. Diese Offenlegungspflichten
dienen als Informationsgrundlage für die Aktionäre und gelten
für alle börsennotierten Firmen. Geschäfts- und Unternehmensgeheimnisse bleiben davon unberührt,
es werden jedoch definitiv mehr Internas öffentlich als bei einer Privatfirma.
Eingeschränkte Flexibilität
Der Vorstand kann durch Mitspracherechte der Aktionäre
oder des Aufsichtsrates bei zustimmungspflichtige
Entscheidungen in der Flexibilität seiner Unternehmensführung
eingeschränkt sein. Dies gilt insbesondere, wenn die Aktienmehrheit außerhalb
des Vorstandes liegt. Viele Börsen verlangen
zudem einen bestimmte Anzahl an externen Aufsichtsräten.
Shareholder Value
und öffentliches Leben
Das Unternehmen sollte seine Aktionäre und den Markt
fortwährend über seine Geschäfte, seine Finanzlage und das Management selbst
informieren. Dies erfordert Geld, Zeit, personellen Einsatz und die Beachtung
gesetzlicher Vorschriften. Der Vorstand sollte den Wert des Unternehmens nicht
nur sichern, sondern langfristig steigern. Anleger erwarten kontinuierlich
steigende Gewinne, was kurzfristige Denkweise in unternehmerischen
Entscheidungen fördern könnte. Das Unternehmen
ist der ständigen Analyse und Kritik des Finanzmarktes ausgesetzt. Der
Börsenkurs ermöglicht eine laufende Evaluation der Leistung des Managements.
Eventuelle Fehlentscheidungen werden hierbei im Gegensatz zu einer Privatfirma
sofort öffentlich sichtbar und haben direkten Einfluss auf den Unternehmenswert.
Investitionen
Ein Börsengang erfordert eine nicht unerhebliche Investition in Zeit und Geld.
Nach erfolgter Notierung fallen weitere, fortlaufende Kosten an, unter anderem
für jährliche Registrierungsgebühren der Börse, Investor Relations und
Öffentlichkeitsarbeit, Quartals- und Jahresberichte sowie die Ausrichtung von
Aktionärsversammlungen. |